Zu umstritten: BBA Galerie sagt HeroinKids-Ausstellung in letzter Minute ab

Die, für Donnerstag, den 23.Mai 2019 um 19 Uhr in der BBA Galerie angekündigte Ausstellung „Willst du auch kaputt gehen?“ der Künstler Corinna Engel & Chris Kaiserengel wird nicht wie geplant stattfinden. 

Die Bilder und Videos zeigen das 18-jährige Mädchen „Cherry“, meist nackt, high auf XTC, beim Spritzen von Heroin und Kokain, zwischen Techno Parties, Gruppensex, Drogen und Gewalt. Sie malen ein fragiles und zerbrechliches Bild von Jugend, das ständig in Bewegung ist, wie im Rush. Dabei wirkt das Mädchen oft abwesend, einsam, verloren und verzweifelt. Man sieht viele Szenen, in denen sie weint während sie gleichzeitig sexuell ausgenutzt wird. Gemischt mit Aufnahmen, die sie im Berliner Nachtleben zeigen, voller Übermut, immer auf Eskalation aus. 

In den Arbeiten verschwimmt die Grenze zwischen Inszenierung und Wirklichkeit und das Mädchen wird zu einer kränklichen Puppe. Die Künstler stellen Individualität und Selbstbestimmung in Frage, Krankheiten werden zu Modeaccessoires. Die Aufnahmen wirken oberflächlich, plakativ, aggressiv und dabei doch seltsam intim und verletzlich. Die Videoinstallation, bestehend aus drei Videos, erschafft so ein nihilistisches Bild von Schönheit, Anmut und Zerbrechlichkeit.

Die Galeristen sind nach Sichtung des Materials so geschockt, dass sie das Kunst-Event nicht mehr in ihren Räumlichkeiten ausstellen wollen und den Künstlern kurzerhand den Zugang zur Galerie verwehren.

Zwischenzeitlich wurde Chris Kaiserengel auf offener Straße in Berlin verhaftet, ohne das man ihm einen genauen Grund dafür genannt hat. 

„Das war wie im Film, die Polizei kam mit sieben Streifenwagen und Blaulicht angefahren, schnitten mir den Weg ab und führten mich in Handschellen ab. Ich durfte weder meinen Anwalt anrufen, noch wurde mir der genaue Grund für diese Maßnahme erläutert. Über mehrere Stunden musste ich Handschellen tragen obwohl ich mich von Anfang an kooperativ, wenn auch verwundert, über diese Aktion gezeigt habe. Die Beamten wussten sehr gut über mich und unser HeroinKids-Projekt Bescheid. Einer der Beamten sprach von den in Berlin zu sehenden Ausstellungsplakaten zu HeroinKids. Das alles erschien mir wie eine willkürliche Maßnahme der Berliner Polizei, die nur dazu diente, mich einzuschüchtern.“, so Kaiserengel.

„Natürlich werden wir die Ausstellung trotzdem zeitnah in Berlin realisieren, in anderen Räumlichkeiten. Aber wir sind schon enttäuscht darüber, das die Ausstellung nicht wie geplant stattfinden kann und entschuldigen uns besonders auch bei den Gästen, die extra nach Berlin angereist sind. Andererseits zeigt es uns, das wir mir HeroinKids am Puls der Zeit sind. Zeitgenössische Kunst, die sich mit Themen wie Drogenkonsum, Absturz, Sex und Gewalt in Verbindung mit Jugend beschäftigt muss anecken und polarisieren. Allerdings hätten wir von einer Galerie, die sich selbst als professionell bezeichnet, mehr erwartet.“, so Engel.

Der neue Ort und das neue Datum der Ausstellung wird als bald bekannt gegeben. 

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